Was genau das Haus verlässt
Die Datenbank bleibt im Haus. Was ein Sprachmodell braucht, ist der Inhalt einer einzelnen Anfrage und der Kontext, den ein Werkzeug mitgibt. Genau dieser Ausschnitt geht an den Anbieter des Modells, und genau dort setzt der Schutz an: maskieren, begrenzen, vertraglich absichern.
Onagero sagt das offen: Die Plattform läuft auf deinem Server, das Sprachmodell beim Modellanbieter. Hinaus gehen nur die Ausschnitte, die eine Anfrage braucht, in freigegebener und maskierter Form. Der Datenweg im Detail.
Was die DSGVO verlangt
- Rechtsgrundlage (Art. 6 DSGVO): Für jede Verarbeitung von Personendaten, auch durch ein KI-Werkzeug.
- Auftragsverarbeitung (Art. 28): Mit jedem Dienstleister, der in deinem Auftrag Personendaten verarbeitet, braucht es einen Vertrag. Das betrifft den Betreiber der Plattform und den Modellanbieter.
- Drittlandübermittlung (Art. 44 ff.): Sitzt der Modellanbieter außerhalb der EU oder verarbeitet dort, braucht es eine Grundlage, etwa einen Angemessenheitsbeschluss oder Standardvertragsklauseln.
- Datenschutz-Folgenabschätzung (Art. 35): Wenn eine Verarbeitung voraussichtlich ein hohes Risiko birgt, etwa bei umfangreicher Auswertung von Beschäftigtendaten.
- Informationspflichten (Art. 13, 14): Betroffene müssen wissen, dass und wie ihre Daten verarbeitet werden.
Pseudonymisiert ist nicht anonym
Die DSGVO unterscheidet genau: Pseudonymisierte Daten (Art. 4 Nr. 5) lassen sich mit zusätzlichen Informationen wieder einer Person zuordnen und bleiben deshalb Personendaten (Erwägungsgrund 26). Erst wirklich anonyme Daten fallen aus dem Anwendungsbereich.
Maskierung, wie Onagero sie in der Analysekopie einsetzt, ist eine wirksame technische Maßnahme: Namen erscheinen im Entwicklungsstand nicht. Sie ist aber kein Freibrief. Wir beschreiben sie im Datenweg genau, damit dein Datenschutz sie bewerten kann. Mehr dazu im Beitrag Daten maskieren für KI.
Eine Bestandsaufnahme, die dein Datenschutz braucht
Bevor ein KI-Werkzeug mit echten Daten läuft, sollte eine Übersicht stehen, die folgende Fragen beantwortet:
- Welche Datenbanken und Dateien werden gelesen?
- Welche Inhalte gehen in Anfragen an das Modell, und in welcher Form?
- Was wird protokolliert, wo, wie lange?
- Wer hat Zugriff zu Supportzwecken?
- Wo wird verarbeitet, und welche Unterauftragnehmer sind beteiligt?
- Wie werden Daten gelöscht?
Onagero liefert diese Übersicht für jeden Piloten, bevor er startet. Die Bewertung nehmen deine Datenschutzverantwortlichen vor, gegebenenfalls mit Rechtsberatung.
Was du vermeiden solltest
- Beschäftigte frei in öffentliche Chat-Dienste kopieren lassen, was sie gerade bearbeiten.
- Werkzeuge, die Leistung oder Verhalten einzelner Beschäftigter bewerten, ohne Betriebsrat und Folgenabschätzung. Siehe KI und Betriebsrat.
- Pauschale Aussagen wie „DSGVO-konform“ ohne Beschreibung, was konkret wohin geht.