Die fünf Posten, die immer anfallen
Egal, ob du eine Plattform lizenzierst, einen Dienstleister beauftragst oder selbst baust: Fünf Posten fallen immer an. Nur wer sie bezahlt, ändert sich.
- Software oder Lizenz. Der sichtbare Preis. Er kann je Kopf, je Verbrauch oder je Paket berechnet werden.
- Umsetzung. Jemand muss Daten anbinden, Begriffe festlegen, das Werkzeug bauen und prüfen. Bei Baukästen tut das dein Team oder ein Partner.
- Betrieb. Überwachung, Aktualisierungen, Sicherung, Wiederherstellung, Fehlerannahme. Dieser Posten wird am häufigsten vergessen, weil er erst nach der Vorführung beginnt.
- Modellnutzung. Sprachmodelle werden meist nach Verbrauch abgerechnet, vom Anbieter direkt oder über die Plattform.
- Eigene Zeit. Fachabteilung, IT, Datenschutz und Betriebsrat arbeiten mit. Diese Stunden sind real, auch wenn keine Rechnung kommt.
Öffentliche Preisbeispiele
Die folgenden Preise stammen von den Herstellerseiten, geprüft am 15.09.2026. Sie sind nicht direkt vergleichbar, weil sie Verschiedenes enthalten.
- Retool (EU, Jahreszahlung, Business): 46 € je Entwickler und Monat plus 14 € je internem Nutzer und Monat. Umsetzung und Betrieb durch dein Team. Vergleich mit Retool
- n8n (selbst betrieben, Business, Jahreszahlung): 667 € im Monat mit 40.000 Ausführungen, laut Seite für Unternehmen unter 100 Beschäftigten. Vergleich mit n8n
- Microsoft Copilot Studio (US-Referenz): 200 $ im Monat für 25.000 Credits bei Jahreszahlung oder 0,01 $ je Credit. Power Apps, Datendienste und Umsetzung können hinzukommen. Vergleich mit Copilot Studio
- Palantir Foundry: kein öffentlicher Preis für Unternehmensverträge gefunden. Vergleich mit Foundry
- Onagero: ein festes Angebot für Pilot und Betrieb je Arbeitsablauf, nach einer Demo. Bau, Betrieb und Pflege sind enthalten. So entsteht der Preis
Kopfpreis, Verbrauch oder Paket?
Kopfpreise sind planbar, bremsen aber die Nutzung: Wenn jede weitere Person Geld kostet, bekommen weniger Leute Zugang, und das Werkzeug wird weniger nützlich.
Verbrauchspreise sind fair bei schwankender Nutzung, aber schwer vorherzusagen. Setz Obergrenzen und Warnungen, bevor du beginnst.
Paketpreise je Ablauf binden die Kosten an ein Ergebnis. Du brauchst dafür eine klare Grenze, was zum Paket gehört und was nicht. Genau deshalb schreibt ein guter Pilotvertrag Ausschlüsse auf.
Die drei teuersten Fallen
Der kostenlose Machbarkeitsnachweis. Er verschiebt die Budgetfrage und endet oft in einer Vorführung, die niemand betreibt. Ein bezahlter, kleiner Pilot mit Abnahmekriterium ist am Ende günstiger. Mehr dazu im Beitrag KI-Pilotprojekt richtig aufsetzen.
Unbegrenzter Umfang. „Wir können alles bauen“ klingt gut und wird teuer. Ein Pilot braucht einen benannten Ablauf.
Vergessener Betrieb. Ein Werkzeug, das niemand pflegt, bricht beim nächsten ERP-Update. Rechne den Betrieb von Anfang an mit.
Wie du Kosten und Nutzen gegenüberstellst
Stell den Gesamtkosten den gemessenen Nutzen gegenüber, nicht den erhofften. Freigewordene Stunden sind nicht automatisch eingesparte Gehälter. Wie man das sauber rechnet, steht im Beitrag KI-Nutzen messen. Deinen heutigen Aufwand für einen wiederkehrenden Vorgang kannst du im Aufwandsrechner überschlagen.